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3. Italienische Malerei (13-18. Jh.)

Unter den Werken der europäischen Kunst hat – auch aus internationaler Sicht – die italienische Gemäldesammlung des Christlichen Museums einen besonders hohen Stellwert. Die mehr als 100 in der ständigen Ausstellung gezeigten Werke vermitteln einen nahezu lückenlosen Überblick der ihren Bogen vom Ende des 13. bis zum 18. Jahrhundert spannenden Epoche der italienischen Malerei. Im Laufe des 13-15. Jahrhunderts erarbeitete sich die italienische Malerei jene führende Position, die sie dann in der Kunst Europas einnehmen sollte. Sobald die Maler ihr Augenmerk auf Räumlichkeit, getreue Naturwiedergabe, anatomische Exaktheit, natürliche Lichteffekte und psychologische Charakterisierung der Darsteller gerichtet hatten, setzte in zahllosen Stadtstaaten Italiens eine eingehende Veränderung auf dem Gebiet des künstlerischen Bestrebens und der Darstellungsweise ein. Im 13-14. Jahrhundert waren die Hauptzentren der italienischen Malerei die beiden rivalisierenden Städte Florenz und Siena gewesen. Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden Rom, Mailand, Venedig und zahlreiche kleinere norditalienische Städte die führenden künstlerischen Zentren, später, in der Barockzeit auch Neapel und Bologna. Betreff der Maltechnik bot die Appennin-Halbinsel ein einheitliches Bild: bis Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Bilder im allgemeinen auf Pappelholzbrettern mit Eitempera gemalt, später wurde dieses Verfahren von der auf Leinwand aufgetragenen Öltechnik abgelöst.
Die Sammlung des Christlichen Museums ist am reichsten an Werken der florentinischen und sienesischen Malerei des 14-15. Jahrhunderts, sowie an lombardischen und umbrischen Gemälden bzw. Werken des Marche-Gebiets aus dem 15-16. Jahrhundert Die Sammlung basiert auf zwei größeren Privatgalerien. Die eine ist die 1878 erworbene Kunstsammlung des Domherrn Raffaele Bertinelli, mit den daraus stammenden, nahezu 60 italienischen Bildern kam die Mehrheit der bedeutenden aus dem 15-16. Jahrhundert datierten Gemälde nach Esztergom. Die andere Sammlung hatte Arnold Ipolyi dem Museum vermacht. Von ihm stammen fast alle vor der Mitte des 15. Jahrhunderts gemalten Bilder, deren Großteil dieser auf der Auktion der Werke des Malers und Restaurators J. A. Ramboux gekauft hatte. Ipolyis Sammlung ergänzt auf ideale Weise die Bertinelli-Gemälde. Neben diesen Erwerbungen kamen im Zuge anderer Ankäufe Simors weitere bedeutende Bilder in das Christliche Museum, einige stammen aber auch aus dem Nachlaß des Grafen San Marco. Seitdem wird die Sammlung auch durch gelegentliche Schenkungen und Käufe in jüngerer Vergangenheit bereichert.
D.S.

Herausragende Stücke der Sammlung:

Werkstatt des Meisters des Magdalenenaltars
Jesus am Kreuz

Kreis von Duccio di Buoninsegna
Prophet Jeremias

Toskanischer Maler
Christus am Kreuz

Venezianischer Maler
Diptychon

Luca di Tommè oder seine Werkstatt
Enthauptung des Hl. Apostels Paulus

Fra Filippo Lippi (?)
Leichnam Christi mit zwei Engeln

Pietro di Giovanni d’Ambrogio
Marienporträt

Pietro di Giovanni d’Ambrogio
Mariä Himmelfahrt

Meister der Helena-Geschichte
Mädchen mit dem Einhorn

Pesellino (Francesco di Stefano)
Maria mit dem Kind

Giovanni di Paolo
Der Hl. Ansanus tauft das Volk von Siena

Giovanni di Paolo
Geburt Christi

Matteo di Giovanni
Kreuzigung des Hl. Petrus

Matteo di Giovanni
Maria mit dem Kind und zwei Engeln

Paolo Schiavo
Tod Mariä

Neri di Bicci
Tobias mit dem Engel und der Hl. Hieronymus

David Ghirlandaio
Krönung Mariä

Carlo Crivelli
Hl. Antonius von Padua, Hl. Bernhardin von Siena, Hl. Dominikus

Riccardo Quartararo (?)
Hl. Sebastian

Lombardischer Maler
Maria mit dem Kind

Lorenzo di Credi
Erhebung der Maria Magdalena

Giampietrino (Giovan Pietro Rizzoli)
Maria mit dem Kind

Sebastiano Vini
Maria mit dem Kind, Elisabeth, dem kleinen Johannes dem Täufer und den Hl. Hieronymus und Augustinus

Niccolò Renieri
Vanitas (Allegorie der Vergänglichkeit)

Rutilio Manetti
Lot bewirtet die Engel